Kompositionen

Das kompositorische Schaffen von Ludwig Kaiser erwächst aus Auftragskompositionen, ist anlassbezogen in der Auseinandersetzung mit Ausstellungen Bildender Kunst im ‚Kulturraum Melanchthonkirche‘ oder speist sich aus situativen Erfordernissen im Kontakt mit anderen Medien und Künsten als Improvisation und Performance.

Ausgangspunkt in Komposition und Improvisation ist die voraushörende Wahrnehmung des Potenzials und die spätere Entfaltung des Stoffs bzw. des musikalischen Materials, aus dem die Gestaltungen der Komposition erwachsen.

Die Performance entwickelt sich zumeist als gestisches Äquivalent der musikalischen Gestaltungen und Verläufe. Eine besondere Form der Performance entsteht in der Umsetzung eines Bildes, wie Ludwig Kaiser im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der Ev. Fachhochschule in verschiedenen Kontexten erläutert: ‚Hier orientiere ich mich – nach einer intuitiven Kontaktaufnahme – zunächst am Material und den Farben des Bildes. Besonderes Augenmerk gilt der Verarbeitung des gewählten Materials, dann der Bildkomposition mit ihren Rhythmen und Beziehungen, der Gestik der Bildgestalten und den vorherrschenden Richtungen des Bildraums. Die Suche nach einem adäquaten musikalischen Ausdruck führt mich dabei immer über ein Drittes, einen ‚Punkt’, in dem Bild und Performance bzw. Musik stimmig zusammenfallen können, ohne ihre Eigengesetzlichkeit zu verlieren oder als halbe Ausdrucksrealitäten zurückzubleiben. Dieser ‚Punkt’ ist in einer geglückten Koinzidenz zwischen bildhaften und musikalischen Ausdrucksgestalten als ein erhellendes Drittes mit beinahe erschütternder Deutlichkeit wahrnehmbar‘.

Falls Ihr Interesse an einzelnen Kompositionen geweckt worden ist, können Sie unter ‚Kontakt‘ weitergehende Informationen oder Partituren erhalten.

Freie Kompositionen:

  • Realisation: Claude Lefebvre „Verzweigungen“ (1982)
  • „- – – -“ für Orgel (1984)
  • „Anläufe“ für Gerd Zacher, Orgel solo (1989)
  • „Ruschnot“, Chor a cappella (1993)
  • „Annäherungen“ für Josef Natrup, Orgel solo (1994)
  • „Durch Gassen und durch Straßen“, Orgel solo (1995)
  • „Komposition I für einen Stummfilm“ (1995) – ‚Die Augen der Mumie ma‘ von Ernst Lubitsch
  • „Quertanz“, Improvisation für Stimmen (1989) nach Vortragsanweisungen von Erik Satie
  • „Ein feste Burg ist unser Gott – oder?“ (1989), ein Stück inszenierter akustischer Theologie für Tonband und Sprecher
  • „Glossolalie“ (1999), Improvisation für Stimmen
  • „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“ (1999), Collage für Tonband und Stimmen
  • „mit unaussprechlichem Seufzen“ (2000), interaktive Improvisation für Orgel, Tonband, Klangschläuche und Stimmen
  • Improvisation gravitú (2000), für Orgel und Tonband
  • „Durch Türen der Nacht“ (2000) für Orgel, Tonband und Sprecher
  • für Hans Ehrenberg
  • „und es geschah plötzlich“ (2001), Momentaufnahmen für 7 Akteure
  • „Austausch und Begegnung“ (2001 ) für Didgeridoo und Orgel
  • „Minimal Symphonie“ (2002), Improvisation zum Film ‚Berlin. Die Symphonie der Großstadt‘ von Walter Ruttmann
  • „Labyrinth“ (2002), Improvisation für präparierten Flügel zum Film ‚Der dritte Mann‘ von Carol Reed
  • „Über die Krise eines Faxpapiers“ (2002), Improvisation für präparierten Flügel zum Film ‚Fallen Angels‘ von Wong Kar-Wai
  • „Kratzendes Suchen“ (2003), Improvisation für präparierten Flügel
  • „Klang-Wohnung“ (2003), für mechanische Orgel solo
  • „Dem Winde gleich“ (2003), für mechanische Orgel solo
  • „FremdWindArtig“ (2003), Improvisation für mechanische Orgel und Tonband
  • „Brüchige Schatten“ (2003), Improvisation für mechanische Orgel und Tonband
  • „Treibende schatten“ (2004), Improvisation für mechanische Orgel und Tonband
  • „ÜberKreuzungen“ (2005), für Orgel und Tonband, anläßlich der Ausstellung graphischer Arbeiten von Arnulf Rainer
  • „KlangRaum“ (2006), für Orgel und Tonband
  • „TodesFuge“ (2006), für Klavier, Orgel und Tonband, nach dem gleichnamigen Gedicht von Paul Celan
  • „Aus der Tiefe“ (2016), für Violoncello solo, vierstimmigen gemischten Chor und Kammerorchester

 

Choralvorspiele:

  • „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ (1995), Hommage a Erik Satie
  • „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ (1995), Collage
  • „Du hast vereint in allen Zonen“ (1996), Hommage a Olivier Messiaen
  • „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ (1996) nach einer Gymnopedie von Erik Satie
  • „Gott ist gegenwärtig“ (1998) nach einer Gymnopedie von Erik Satie
  • „Nun bitten wir den Heiligen Geist“ (1998), nach Gymnopedien von Erik Satie
  • „Vertraut den neuen Wegen“ (1998), nach einem Präludium von Arthur Honegger
  • „Die Geisteskraft erfüllt das All“ (2000), nach einer Gnossienne von Erik Satie