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Passion.Leidenschaft

Sonntag, 8. März 2026, 18:00 Uhr
Melanchthonkirche Bochum

Passion.Leidenschaft

Musik von John Dowland, Henry Purcell, Franz Schubert, Astor Piazzolla u.a.

Klavier: Tobias Bredohl
Akkordeon: Dr. Maik Hester
Kantorei an der Melanchthonkirche
Leitung: Ludwig Kaiser

Eintritt: 20 | 10
Reservierungen bitte unter Tel. 0234 3252448 oder unter
www.kulturraum-melanchthonkirche.de

 Was verbindet die Moments musicaux von Franz Schubert mit Henry Purcells Music for a while und Astor Piazzollas Adios Nonino?  Es ist die Hingabe an den gegenwärtigen Augenblick, die Musik über die Jahrhunderte hinweg vereint.

Warum kann ein Programm in der Passionszeit von ‚weltlichen Leidenschaften‘ handeln?
Weil es das Dilemma aller geistlichen Musik ist, den vermeintlichen Inhalt zwar durch die Wahl eines Titels oder eines zu vertonenden Textes, nicht aber eigentlich musikalisch ausdrücken zu können. Denn Musik ist nur ihren eigenen Sprachintentionen verpflichtet, durchaus des Geistes voll, doch an keine Konfession gebunden – auch im Gegensatz nicht schlichtweg weltlich!

So dichtet Paul Gerhardt sein Passionslied O Haupt voll Blut und Wunden auf die Melodie des Liedes Mein G’müt ist mir verwirret, das macht ein Jungfrau zart des Hans Leo Hassler aus seinem Lustgarten neuer teutscher Gesäng.

Dass sich ein Passionslied mit dem Leiden Jesu beschäftigt und das weltliche Pendant von leidenschaft(lichen) Verwirrungen handelt – irritiert.

Doch begegnen wir in der Dichtung Paul Gerhardts einer erotisch-mystischen Tradition des Passionsstoffes, einer Tradition, die Körperlichkeit, Leidenschaft und Nähe von Lust und Schmerz kennt. Gerhardt knüpft mit seiner Lieddichtung direkt an den Hymnus  Salve caput cruentatum des Arnulph von Löwen an. So sieht er im geschändeten ‚edlen Angesicht‘ Jesu noch die ‚Farben  seiner Wangen‘, der ‚roten Lippen Pracht‘, die nun vergangen ist,  spricht von Jesu Mund, der ihn ‚gelabet hat, mit Milch und süßer Kost‘ – mancherlei Himmelslust miteingeschlossen. Und auch im letzten Todesstoß will er Jesus fassen ‚in Arm und Schoß‘.