{"id":1875,"date":"2025-12-19T19:42:42","date_gmt":"2025-12-19T18:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ludwigkaiser.de\/?page_id=1875"},"modified":"2026-05-03T19:49:44","modified_gmt":"2026-05-03T17:49:44","slug":"horizont-amerika","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwigkaiser.de\/index.php\/konzerte\/horizont-amerika\/","title":{"rendered":"Horizont Amerika"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Sonntag, 13. Juni 2026, 18:00 Uhr<br \/>\nMelanchthonkirche Bochum<\/p>\n<h3 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Horizont Amerika<\/strong><\/h3>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\">Ein moderiertes Orgelkonzert mit Musik von<br \/>\nCharles Ives, John Cage und Morton Feldman<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-972\" src=\"https:\/\/ludwigkaiser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MK_20190908_182812-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/ludwigkaiser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MK_20190908_182812-683x1024.jpg 683w, https:\/\/ludwigkaiser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MK_20190908_182812-768x1152.jpg 768w, https:\/\/ludwigkaiser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MK_20190908_182812-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/ludwigkaiser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MK_20190908_182812-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/ludwigkaiser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MK_20190908_182812-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Orgel: Ludwig Kaiser<br \/>\nEintritt: 10 | 5 EUR<\/p>\n<p>Das moderierte Orgelkonzert beginnt mit dem Urvater der amerikanischen Moderne <strong>Charles Ives<\/strong>, der in seinen Kompositionen mit Collagetechniken, der Einbeziehung des Raums und eigenst\u00e4ndigen Dissonanzen experimentierte und sich so schon um 1900 mit Atonalit\u00e4t, formaler und rhythmischer Mehrschichtigkeit sowie Vierteltonmusik auseinandersetze.<\/p>\n<p><strong>John Cage,<\/strong> Sch\u00fcler von Henry Dixon Cowell und Arnold Sch\u00f6nberg, wurde mit seinen Ideen zu einem der wichtigsten Anreger von experimenteller Musik und Kunst. Mit seinen Neuerungen h\u00f6rte er nicht auf, die Welt mit ver\u00e4nderten musikalischen Erfahrungen zu konfrontieren, die Zufall und Unbestimmtheit unter immer anderen Vorzeichen in die Musik einbrachten.<\/p>\n<p>Cages \u00e4sthetischer Ansatz schlie\u00dft nichts aus. Das Material ist unersch\u00f6pflich. \u201eBis ich sterbe, wird es Kl\u00e4nge geben. Und sie werden nach meinem Tod weiter dasein. Es gibt nichts zu f\u00fcrchten hinsichtlich der Zukunft der Musik.\u201c<\/p>\n<p>John Cage schrieb zu <em>ORGAN 2\/ASLSP<\/em>:<br \/>\n\u201eDer Titel ist eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201aAS SLOW AS POSSIBLE.\u201c Vor dem ersten Entwurf hatte John Cage die aus Deutschland vertriebene Pianistin Grete Sultan in New York die \u201aKunst der Fuge\u2018 von Bach spielen sehen und h\u00f6ren. Die Stellungen und Wege der Finger und der H\u00e4nde waren bei ihr der sichtbare Inbegriff von Musik: Theorie, Spieltechnik und Ausdruck im gleichen unteilbaren Vorgang. So erfand Cage Positionen der H\u00e4nde im Verh\u00e4ltnis zur Klaviatur und komponierte damit. F\u00fcr die Orgel entdeckte er hierbei eine \u00fcberzeugende, aber noch nie verwendete Notation in 4 Systemen: f\u00fcr rechte Hand, linke Hand, rechten Fu\u00df und linken Fu\u00df. Aufgeschrieben sind nur die Tonh\u00f6hen und ihre Dauern; der Rest ist Aufgabe des Interpreten (wie \u00fcbrigens bei Bach auch).<\/p>\n<p><strong>Morton Feldmans<\/strong> Leben als Komponist ist eine Aneinanderreihung unerm\u00fcdlicher Schritte, um die Wirklichkeit zu durchschauen und zu\u00a0\u00a0 einem inneren Bereich vorzudringen, dessen Intensit\u00e4t nur durch\u00a0\u00a0 die Spuren, die sie in der Erinnerung hinterl\u00e4\u00dft, erfahrbar ist.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf den Schaffensproze\u00df ist Feldmans Kunst eine &#8218;im Werden begriffene&#8216; &#8211; immer geht ein neuer Feldman unter Schmerzen aus den sterbenden Resten seines vorigen Werkes hervor, so da\u00df die Suche auf einer neuen Ebene weitergehen kann.<\/p>\n<p>In den 50er Jahren weitere wichtige Begegnungen in New York mit den Komponisten Earle Brown und Christian Wolff, dem Pianisten David Tudor sowie den Malern Mark Rothko, Philip Guston, Franz Kline, Jackson Pollock und Robert Rauschenberg. Die Bekanntschaft mit diesen Malern hatte nicht zuletzt gro\u00dfen Einflu\u00df auf seine grafischen Notationen in jener Zeit, aber auch auf sein musikalisches Denken der sp\u00e4teren Jahre: Feldman arbeitet mit ungew\u00f6hnlichen Zeitstrukturen, antiteleologisch in jenem Sinn, da\u00df nicht ein bestimmter Proze\u00df \u201abeschrieben\u2019 wird, sondern spiralartig ein Raum in den unterschiedlichsten Klangbildern proze\u00dfhaft durchschritten wird. So auch in seinem gro\u00dfen Werk <em>Prinzipal Sound<\/em> f\u00fcr Orgel solo aus dem Jahre 1981.<\/p>\n<p>Das Konzert endet mit <em>Souvenir<\/em> von John Cage.<br \/>\nDas St\u00fcck <strong>Souvenir<\/strong> ist ein leichtf\u00fc\u00dfiges Andenken und als Reihungsform mit wiederkehrendem Refrain und eingeschobenen \u00a0Zwischenspielen angelegt. Der Refrain endet immer mit einer pendelnden Abschiedsfigur, die den Eindruck eines Winkens vermittelt &#8211; leiser werdend und sich entfernend.<\/p>\n<p>John Cage sagte, \u201eich verstehe nicht, warum Leute Angst vor <u>neuen<\/u> Ideen haben. <u>Ich<\/u> habe Angst vor den <u>alten<\/u>\u201c und er hoffte, durch neue H\u00f6rerfahrungen seine Zuh\u00f6rer unwiderruflich zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 13. 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